Die umfassende Erneuerung und der Ausbau des Speicherkraftwerks Luchsingen, das seit 1941 in Betrieb ist, markiert einen Meilenstein in der regionalen Wasserkraftnutzung. Durch den Ausbau konnte die Leistung des Kraftwerks von 3.6 auf 6 Megawatt markant gesteigert und das Speichervolumen von 9‘000 m3 auf 30‘000 m3 mehr als verdreifacht werden.
Die bestehende Wasserfassung am Bächibach wurde saniert sowie die Steuerungsorgane ersetzt und elektrifiziert. Die 500 m lange Hangrohrleitung zum Ausgleichsbecken Brunnenberg wurde durch ein GFK Rohr DN 800 ersetzt. Das bestehende Ausgleichsbecken wurde saniert und daneben ein neues Becken mit einem Speichervolumen von rund 21‘000 m3 errichtet. Der talseitige Abschluss des neuen Beckens bildet eine rund 100 m lange und 8 m hohe Betonmauer welche luftseitig von einem Erddamm gestützt wird. Beide Becken sind der Stauanlagenverordnung unterstellt. Auf der bestehenden Wasserschlosskammer wurde die Zentrale Brunnenberg für eine zukünftige, weitere Kraftwerksstufe errichtet. Ab der Wasserschlosskammer führt die neue Druckleitung aufgeständert durch einen 250 m langen Rohrstollen, dabei wurden GFK Rohre DN 900 eingesetzt. Anschliessend folgt die Steilstrecke, in welcher die aufgeständerte Druckleitung 300 Höhenmeter mit einem Gefälle von 45° hinunter an den Bächibach führt. Von da folgt die erdverlegte Talstrecke entlang dem Bach bis zur Kraftwerkszentrale am Dorfrand Luchsingen. In diesen Abschnitten wurden geschweisste Stahlrohre DN 950 eingesetzt, die Gesamtlänge der Druckleitung beträgt rund 1‘350 m. Die neue Kraftwerkszentrale beherbergt die 4-düsige Peltonturbine und die gesamte elektromechanische Ausrüstung. Das Turbinenfundament wurde speziell gelagert und von der restlichen Gebäudestruktur isoliert. Zusammen mit den Schallschutzmassnahmen ist der Kraftwerksbetrieb in der bewohnten Umgebung kaum wahrnehmbar.
Im Zuge des Ausbaus wurde die neue Pumpstufe Hellloch geschaffen. Sie fasst den Bächibach erneut auf tieferer Stufe und pumpt das Wasser anschliessend in die rund 150 m höher gelegenen Speicherbecken. Die drei installierten Pumpen besitzen eine Leistung von rund 220 l/s.
Zu den Spezialitäten im Projekt zählten das Planen und Bauen im Bestand einer einst sehr durchdacht entworfenen Anlage, die topographischen Verhältnisse in der Steilstrecke, der Charakter einer Gebirgsbaustelle mit dem Einsatz von zwei Materialseilbahnen und die Koordination zahlreicher Akteure und Gewerke.
| Baujahr: | 2022 bis 2024 |
|---|---|
| Bauherr: | Technische Betriebe Glarus |
| Brutto-Gefälle: | 502m |
| Ausbauwassermenge: | 1400 l/s |
| Inst. Leistung: | 6 MW |
| Turbine: | 4-düsige Peltonturbine |
| Leistungen Runge AG: | Gesamtprojektleitung inkl. Bauleitung SIA Phasen 31-33, 41, 51-53 |
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